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Was sind vermögenswirksame Leistungen — und wie bekomme ich sie?

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geld, das dein Arbeitgeber direkt in einen Sparvertrag für dich einzahlt — bis zu 40 € pro Monat, ohne dass du selbst etwas abzwacken musst. Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter den gesetzlichen Grenzen, legt der Staat die Arbeitnehmer-Sparzulage obendrauf: bis zu 80 € pro Jahr bei Fonds-VL. VL sind damit einer der einfachsten Wege, Vermögen aufzubauen.

Was ist das?

VL sind Geldleistungen deines Arbeitgebers, die direkt von der Gehaltsabrechnung in deinen Sparvertrag fließen — ohne Umweg über dein Konto. Manche Arbeitgeber zahlen den vollen Betrag, andere einen Teil. Zahlt dein Arbeitgeber nichts, kannst du VL auch selbst über die Gehaltsabrechnung besparen — mit denselben Fördervorteilen.

Wie funktioniert es?

Du wählst eine Anlageform, schließt den Vertrag ab und gibst deinem Arbeitgeber die Vertragsdaten. Diese fünf Anlageformen stehen dir offen:

Fonds- oder ETF-Sparplan

Höchste Förderung: 20 % Sparzulage auf maximal 400 € pro Jahr, also bis zu 80 € vom Staat. Dafür schwankt der Kurs.

Bausparvertrag

Ideal, wenn du eine Immobilie planst: 9 % Sparzulage auf maximal 470 € pro Jahr, also bis zu 43 €.

Banksparplan

Sicher und schwankungsfrei, dafür mit geringer Rendite — und ohne Arbeitnehmer-Sparzulage.

Lebens- oder Rentenversicherung

Meist ohne Sparzulage. Lohnt sich nur, wenn der Vertrag aus anderen Gründen zu dir passt.

Tilgung eines Immobiliendarlehens

Für Eigentümer: Die VL fließen in die Tilgung, du bist schneller schuldenfrei.

Fallbeispiel

Jonas, 29, Softwareentwickler

Sein Arbeitgeber zahlt 40 € pro Monat in einen ETF-Sparplan, der Staat gibt 80 € Sparzulage: 560 € pro Jahr investiert, 0 € selbst eingezahlt. Nach fünf Jahren sind rund 3.200 € plus Kursgewinne zusammen.

Fallbeispiel

Sandra, 38, Lehrerin

Sandra plant in sieben Jahren eine Eigentumswohnung. Sie kombiniert 20 € Arbeitgeber-VL mit 20 € eigenen Beiträgen im Bausparvertrag, kassiert Sparzulage und Wohnungsbauprämie und baut so ihr Eigenkapital auf.

Für wen lohnt es sich?

  • Alle mit VL-zahlendem Arbeitgeber: Das ist Vermögensaufbau ohne eigenen Beitrag.
  • Zu versteuerndes Einkommen unter 40.000 € (Single) oder 80.000 € (Verheiratete) — dann kommt die Sparzulage dazu.
  • Immobilienplaner, die VL mit einem Bausparvertrag verbinden.
  • ETF-Langfristsparer, die die höchste Förderquote nutzen.
  • Kreditnehmer, die ihre VL in die Tilgung stecken.

Was du beachten solltest

  • Die Grenze gilt für das zu versteuernde Einkommen, nicht für das Bruttogehalt — dein Spielraum ist oft größer als gedacht.
  • Sperrfrist: VL-Verträge laufen meist sechs Jahre, das Geld ist nicht sofort verfügbar.
  • Banksparplan und die meisten Versicherungen bekommen keine Arbeitnehmer-Sparzulage.
  • Auch ohne Arbeitgeber-VL lohnt die Eigenbesparung, wenn du die Sparzulage bekommst.

Häufige Fragen

Wie hoch sind vermögenswirksame Leistungen?

Bis zu 40 € pro Monat, abhängig von Arbeitgeber und Tarifvertrag. Zahlt dein Arbeitgeber weniger, kannst du die Differenz selbst aufstocken.

Wer bekommt die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Wer die Einkommensgrenzen einhält: 40.000 € zu versteuerndes Einkommen für Singles, 80.000 € für Verheiratete. Bei Fonds-VL gibt es 20 Prozent auf maximal 400 € pro Jahr (bis zu 80 €), beim Bausparen 9 Prozent auf maximal 470 € (bis zu 43 €).

Was mache ich, wenn mein Arbeitgeber keine VL zahlt?

Dann kannst du VL selbst über die Gehaltsabrechnung besparen. Die Arbeitnehmer-Sparzulage bekommst du trotzdem, wenn dein Einkommen unter der Grenze liegt.

Wie lange ist das VL-Geld gebunden?

VL-Verträge laufen meist sechs Jahre. Das Geld ist in dieser Zeit nicht verfügbar — plane VL deshalb als langfristigen Baustein.

Welche Anlageform ist die beste für VL?

Das hängt von deinem Ziel ab: Der ETF-Sparplan bringt die höchste Förderung (bis zu 80 €/Jahr), der Bausparvertrag passt bei Immobilienplänen, die Darlehenstilgung lohnt sich für Eigentümer. Ein Banksparplan lohnt sich fast nie — er bekommt keine Sparzulage.

Alva erklärt, was ist — das ist Wissen, keine Anlageberatung.

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